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Achtung, Jakob wird scharf!

Vorlese-Fassung · 3–8 Jahre
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„Noch dreimal umrühren", sagte Jakob Jalapeño. „Dann ist es fertig."

Seit dem frühen Morgen stand er am Topf. Er hatte Möhren klein geschnitten. Er hatte Kräuter gezupft. Er hatte gerührt und probiert und wieder gerührt.

Jakob war der kleine Bruder von Ida Ingwer, ein Jahr jünger als sie. Zum ersten Mal durfte er ganz allein für alle kochen. Er hatte kurze Beine, große blaue Augen und Sommersprossen auf der Nase. Sein Haar war schwarz mit roten Strähnen, und oben auf seinem Kopf saß ein kleiner grüner Stiel. Über dem T-Shirt trug er seine grüne Schürze.

Und noch etwas war besonders an Jakob. Er war rot — bis auf die Schultern. Die waren grün.

„Solange die grün sind", sagte Ida gern, „ist alles gut."

Jakob hielt den Holzlöffel hoch und schaute in den Topf.

„Das", sagte er leise, „ist das beste Essen, das ich je gekocht habe."

Er probierte noch einen Löffel. Er machte die Augen zu.

„Ein bisschen mehr Pfeffer", sagte er. „Und dann Schluss. Wirklich Schluss."

Er tat noch ein bisschen Pfeffer hinein.

Dann probierte er wieder.

Dann tat er noch ein bisschen Möhre hinein.

So ging das eine Weile.

Er wollte sie am Abend allen zusammen hinstellen. Auf den großen Tisch am Marktplatz. Alle sollten probieren.

„Ich hole nur schnell die Schüsseln", sagte Jakob und lief los.

Der Topf blieb stehen. Warm und voll. Es roch wunderbar.

Und genau da kam Arvid Artischocke um die Ecke.

Arvid hatte den ganzen Vormittag Holz gestapelt. Arvid hatte einen sehr leeren Bauch. Und Arvid roch etwas Wunderbares.

„Oh!", sagte er. „Suppe!"

Er schaute nach links. Er schaute nach rechts. Niemand da.

„Die steht hier ja ganz allein", sagte Arvid. „Die ist bestimmt für alle."

Er nahm sich eine Kelle.

Dann noch eine.

Dann noch eine.

Jakob kam mit einem Stapel Schüsseln zurück. Er summte.

Dann sah er den Topf.

Er blieb stehen. Die Schüsseln wackelten in seinen Armen.

Der Topf war leer. Ganz leer. Nur unten klebte noch ein bisschen Möhre.

Daneben saß Arvid und wischte sich den Mund ab.

„Das war lecker!", rief Arvid fröhlich. „Wer hat die denn gemacht?"

Jakob antwortete nicht.

Etwas passierte mit ihm.

Es begann bei den Füßen. Ein warmes Kribbeln. Es wanderte nach oben, durch den Bauch, über die Brust — und dann waren seine grünen Schultern nicht mehr grün.

Sie wurden rot.

Jakob leuchtete knallrot, von den Füßen bis zum Stiel auf dem Kopf. Über seinem Kopf stieg ein kleines weißes Wölkchen auf.

„ACHTUNG!", rief jemand vom Marktplatz. „JAKOB WIRD SCHARF!"

„Die war für heute Abend", sagte Jakob. Seine Stimme zitterte.

„Oh", machte Arvid. „Das … wusste ich nicht."

„Du weißt ja nie was!", schrie Jakob. „Du machst immer alles kaputt! Du sollst hier gar nicht sein!"

Dann war es still auf dem ganzen Marktplatz.

Bella Brokkoli und Emil Erbse standen am Brunnen. Emil hatte gerade sein Fahrrad geölt. Jetzt hielt er die Ölkanne in der Luft und rührte sich nicht.

Bella machte einen Schritt nach vorn. Dann blieb sie stehen.

Manchmal, das wusste sie, hilft man am besten, indem man erst einmal gar nichts sagt.

Arvid schaute auf den Boden. Sein Grinsen war weg.

Jakob stellte die Schüsseln ab. Er drehte sich um. Und er rannte weg, so schnell seine kurzen Beine ihn trugen.

Ida fand ihn hinter dem Schuppen. Er saß im Gras, mit dem Rücken zur Wand.

Sie setzte sich neben ihn und sagte erst einmal gar nichts.

„Er hat alles aufgegessen", sagte Jakob nach einer Weile.

„Ich weiß."

„Ich habe seit heute früh gekocht."

„Ich weiß."

Jakob war immer noch ganz rot. Als er wieder an den leeren Topf dachte, wurde er sogar noch ein bisschen roter.

„Komm", sagte Ida. „Wir machen das, was Mama immer sagt. Dreimal tief durch die Nase."

Jakob atmete ein. Dann dachte er an Arvids zufriedenes Gesicht — und pustete die Luft wütend wieder aus.

„Es klappt nicht", sagte er.

„Weil du beim Atmen an ihn denkst", sagte Ida. „Du musst an etwas anderes denken. Nimm deine drei Lieblingsgerichte."

„Warum ausgerechnet die?"

„Weil du an nichts Schöneres denken kannst."

Jakob musste fast lachen. Fast.

Er atmete noch einmal ein. Ganz tief.

„Möhrensuppe", sagte er.

Wieder einatmen.

„Kürbisbrot."

Und noch einmal.

„Und … Apfelkuchen von Oma."

Er machte die Augen auf.

Ida zeigte auf seine Schultern.

Da war wieder ein kleiner grüner Fleck.

„So", sagte Ida und stand auf. „Und jetzt der schwere Teil."

Jakob rührte sich nicht.

„Ich weiß, was ich gesagt habe", murmelte er.

„Ja", sagte Ida. „Ich auch. Alle haben es gehört."

Jakob zog die Knie an. Über den Marktplatz zu gehen, vor allen, und Arvid ins Gesicht zu schauen — das war schlimmer als die ganze Wut vorher.

Sein Bauch fühlte sich an wie ein Stein.

„Und wenn er böse ist?", fragte er.

„Dann ist er böse", sagte Ida. „Aber du hast es trotzdem gesagt."

Jakob saß noch einen Moment.

Dann stand er auf.

Sie gingen um den Schuppen herum. Vor ihnen lag der Marktplatz.

Jakob sah die Bank am Brunnen. Darauf saß eine große grüne Artischocke, ganz krumm zusammengesunken.

Er machte fünf Schritte.

Dann blieb er stehen.

„Ich kann nicht", flüsterte er und drehte sich um. „Nicht vor allen."

Ida hielt ihn nicht fest. Sie lief ihm auch nicht hinterher. Sie blieb einfach stehen, wo sie war.

„Jakob", rief sie ihm nach.

Er blieb stehen, mit dem Rücken zu ihr.

„Es wird nicht leichter, wenn du morgen gehst", sagte Ida. „Es wird nur schwerer."

Jakob stand ganz still. Ein Blatt segelte an ihm vorbei auf den Boden.

Dann atmete er dreimal tief durch die Nase.

„Möhrensuppe", murmelte er. „Kürbisbrot. Apfelkuchen."

Und dann ging er los. An Ida vorbei. Über den ganzen Marktplatz. Alle schauten.

Arvid saß allein auf der Bank am Brunnen. Neben ihm stand der leere Topf, sauber geschrubbt. Er hatte ihn ausgewaschen.

Jakob stellte sich vor ihn. Seine kurzen Beine zitterten ein bisschen.

„Arvid", sagte er.

Arvid schaute hoch.

„Es tut mir leid, was ich gesagt habe. Das mit ‚Du sollst hier gar nicht sein'. Das war nicht wahr. Ich war nur wütend."

Arvid schluckte.

„Und mir tut die Suppe leid", sagte er. „Ich dachte wirklich, die ist für alle."

„War sie ja auch", sagte Jakob. „Nur eben … abends."

Sie schauten beide in den leeren Topf.

„Der ist jetzt aber richtig sauber", sagte Jakob.

„Der ist so sauber wie noch nie", sagte Arvid stolz.

Am Abend stand doch ein voller Topf auf dem großen Tisch.

Denn sie hatten zusammen neu gekocht. Ida hatte Möhren geholt. Otto hatte Kräuter gebracht. Bella und Emil hatten den Tisch gedeckt, für alle. Und Arvid durfte rühren — rühren, mehr nicht.

„Und probieren?", fragte Arvid ganz vorsichtig.

„Als Letzter", sagten alle zusammen.

Arvid drehte sich schnell um — und PLUMPS, saß er auf dem Po. Der Löffel blieb aber in seiner Hand.

Später waren fast alle nach Hause gegangen. Nur Jakob und Arvid saßen noch am Tisch, vor zwei leeren Schüsseln.

Es war schon kühl. Über ihnen ging ein Licht nach dem anderen an.

„Jakob", sagte Arvid nach einer Weile. „Wenn ich das nächste Mal etwas sehe, was gut riecht — was mache ich dann?"

Jakob überlegte.

„Fragen", sagte er.

„Fragen", wiederholte Arvid und nickte. „Kann ich mir merken."

Sie saßen noch ein bisschen da.

„Und wenn ich das nächste Mal wütend werde", sagte Jakob, „dann atme ich erst. Und dann rede ich."

„Dreimal tief", sagte Arvid.

„Dreimal tief", sagte Jakob.

Dann schob er Arvid den Topf hin, in dem noch ein kleiner Rest war.

„Hier", sagte er. „Der Letzte darf ihn ausschlecken."

Arvid grinste über das ganze Gesicht.

Und Jakobs Schultern waren wieder so grün wie an einem Frühlingsmorgen.

Ende

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🤖 Diese Geschichte wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz geschrieben und von einem Menschen geprüft. Mehr dazu