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Das große Schlittenrennen

Vorlese-Fassung · 3–8 Jahre

Emil Erbse schaute am Morgen aus dem Fenster. Und machte große Augen.

Alles war weiß.

Die Dächer, die Beete, der Weg, der ganze Marktplatz. Über Nacht war neuer Schnee gefallen. So viel wie noch nie in diesem Winter.

„Bella!", rief Emil und rannte ohne Frühstück nach draußen. „Schnee! Es hat geschneit!"

Überall stapften schon die anderen durch das Weiße. Es knirschte unter den Schuhen. Aus jedem Mund kamen kleine weiße Wolken.

Und dann stellte sich Christel Chicorée mitten auf den Platz und rief:

„Hört alle her! Heute gibt es ein Schlittenrennen! Den Möhrenhügel hinunter, drei Läufe. Und der schnellste Schlitten gewinnt die große Holz-Möhre!"

Drei Kinder rannten sofort los, um ihre Schlitten zu holen. Denn der Möhrenhügel ist der längste Hügel im ganzen Gemüseland.

Und ganz oben stand schon einer und rieb sich die Hände: Matti Mais.

Aus jedem Schuppen kam ein Klopfen.

Matti Mais baute den schönsten Schlitten, den man je gesehen hatte. Mit einem Sitz aus dickem Holz, einem Rückenbrett zum Anlehnen und einem Seil zum Lenken. Unten drunter zwei kräftige Kufen. Kufen sind die glatten Leisten, auf denen ein Schlitten rutscht.

„Der ist stark", sagte Matti und klopfte dreimal auf das Holz. „Da kann nichts kaputtgehen."

Hanna Hirse hatte etwas ganz anderes dabei. Ein flaches Brett. Ganz glatt. Sonst nichts.

Matti schaute es sich an. „Das ist ja nur ein Brett."

„Es ist leicht", sagte Hanna und grinste. „Und leicht ist schnell."

Und Arvid Artischocke? Der kam mit dem Deckel von Rudis großer Waschwanne angerannt.

„Nimm ihn ruhig", hatte Rudi Rotkohl gesagt. „Aber bleib schön am Rand."

„Ich bin auch dabei!", rief Arvid ganz außer Puste.

Christel hob den Arm.

„Erster Lauf! Auf die Plätze — fertig — LOS!"

Hanna schoss davon wie ein Pfeil. Ihr Brett flog nur so über den Schnee.

„Ich fliege!", jubelte sie. „Ich fliegeee —"

Doch dann kam die Kurve. Hanna zog am Rand. Sie zog auf der anderen Seite. Sie zog überall — aber ein Brett hat kein Seil. Das Brett machte einfach nicht, was Hanna wollte.

WUMM! Hanna kippte zur Seite und landete weich in einem dicken Schneehaufen. Sie setzte sich auf und pustete sich den Schnee aus dem Gesicht. „Mir ist nichts passiert!", rief sie und winkte nach oben.

Und Matti? Matti saß hoch oben auf seinem starken Schlitten. Er schob an. Er schob noch einmal an.

Der Schlitten rührte sich kaum. Er war so schwer, dass er tief im weichen Schnee stecken blieb.

Ganz langsam schaukelte er den Hügel hinunter. Als Matti unten ankam, waren die anderen längst wieder oben.

Oben am Hügel war Matti ganz außer Puste. Aus Hannas Haaren fiel noch Schnee.

„Zu schwer", brummte Matti. „Mein Schlitten ist viel zu schwer."

Er holte die Säge. Er sägte das dicke Rückenbrett ab. Er sägte den halben Sitz weg. Immer leichter, immer schmaler.

Hanna rieb ihr Brett mit einem Stück Kerze ein, bis es glänzte wie Glas.

„Zweiter Lauf!", rief Christel. „Auf die Plätze — fertig — LOS!"

Jetzt flog Mattis Schlitten wirklich. Der Schnee spritzte. Matti hielt sein Seil fest und lachte laut.

„Ich bin schnell! Ich bin richtig schnell!"

Und dann — kurz vor dem Ziel — machte es KNACK.

Eine Kufe löste sich. Der Schlitten wackelte. Er wurde langsamer und langsamer. Dann rutschte er in den Schnee und fiel in seine Bretter auseinander.

Matti saß mittendrin. Um ihn herum lag sein ganzer Schlitten in Einzelteilen.

Hanna kam auch nicht weit. Wieder die Kurve. Wieder kein Seil. Wieder KRACHS in die Hecke.

Christel war sofort bei den beiden. „Alles heil?"

„Alles heil!", riefen Matti und Hanna und klopften sich den Schnee ab. Aber sie sagten es nicht besonders laut.

Oben auf dem Hügel war es still.

Matti saß im Schnee, mitten in seinen Brettern. Seine Hände waren kalt. Seine Nase war rot.

„Ich wollte doch nur ein einziges Mal gewinnen", sagte er leise.

Hanna zupfte sich Zweige aus den Haaren und setzte sich neben ihn.

„Und ich komme nie um die Kurve", sagte sie. „Nicht ein einziges Mal."

Ein Lauf war noch übrig. Aber Mattis Schlitten war kaputt. Und Hanna konnte ihr Brett nicht lenken.

Emil und Bella stapften zu ihnen hinauf.

Emil holte seine Lupe heraus, obwohl man dafür gar keine Lupe brauchte. Er schaute auf das glatte Brett. Dann schaute er auf Mattis Seil und die eine heile Kufe im Schnee.

„Moment mal", sagte er langsam. „Hanna, dein Brett ist schnell. Und Matti, dein Seil kann lenken."

Matti und Hanna schauten sich an.

Und plötzlich lachten beide.

Jetzt ging alles ganz schnell.

Sie legten Hannas glattes Brett nach unten. Matti schraubte seine heile Kufe darunter. Bella band das Seil vorne fest. Emil stopfte einen alten Sack als Sitz obendrauf.

Fertig war der seltsamste Schlitten, den das Gemüseland je gesehen hatte.

„Aber der ist für zwei", sagte Hanna.

„Dann fahren wir eben zu zweit", sagte Matti.

„Dritter Lauf!", rief Christel. „Der letzte! Auf die Plätze — fertig — LOS!"

Matti saß vorn und hielt das Seil. Hanna saß hinten und hielt sich an Matti fest.

Der Schlitten rutschte an. Er wurde schneller. Und schneller. Und noch viel schneller.

Der Schnee spritzte ihnen ins Gesicht. Der Wind pfiff in den Ohren. Unten am Hügel riefen alle und winkten.

Dann kam die Kurve. Der große Stein, der aussah wie eine Möhre, kam näher und näher.

„Jetzt!", rief Matti und zog am Seil.

„Jetzt!", rief Hanna und legte sich mit ihm zur Seite.

Der Schlitten schwang um den Stein herum. Ganz dicht daran vorbei! Dann schoss er die letzte gerade Bahn hinunter. Am schiefen Baum vorbei. Immer schneller —

und flog über das Ziel.

So schön war Matti noch nie gefahren.

Dann riss Christel beide Arme hoch. „Das war der schnellste Lauf vom ganzen Tag!"

Matti stand auf. Seine Beine zitterten ein bisschen.

Er hatte gewonnen. Zum allerersten Mal.

Christel holte die große Holz-Möhre vom Tisch.

Da rief jemand: „Achtung! Da kommt noch einer!"

Oben am Hügel kam etwas den Berg herunter. Es drehte sich im Kreis, immer schneller, und aus der Mitte kam ein lautes „Hiiiilfeee — juchhuuuu!"

Es war Arvid. Rückwärts. Auf dem Deckel von der Waschwanne.

Er sauste neben der Bahn her und landete mitten im großen Schneehaufen.

PLUMPS!

Der Schnee flog hoch — und mittendrin wackelte schon eine Mütze.

Dann kam langsam ein Kopf heraus. Weiß von oben bis unten. Und auf der Nase steckte eine Möhre. Die Möhre vom Schneemann. Der Schneemann war weg.

Arvid schaute sich um.

„Und?", fragte er. „Habe ich gewonnen?"

Da lachte der ganze Möhrenhügel.

Christel schaute auf die Holz-Möhre in ihrer Hand. Dann zu Arvid. Dann zu Matti.

„Matti", sagte sie. „Du bist den schnellsten Lauf gefahren. Das haben alle gesehen."

„Ja", sagte Matti.

„Und der da hat gerade den Schneemann aufgegessen."

Matti schaute die Holz-Möhre an.

Sie stand das ganze Jahr im Rathaus auf dem Schrank. Matti hatte sich oft vorgestellt, wie sie sich anfühlt.

„Gib sie ihm", sagte er.

Das zu sagen dauerte einen Moment. Es war auch nicht leicht.

Arvid bekam die große Holz-Möhre. Er stellte sie neben sich in den Schnee und kaute an der anderen weiter.

Matti ging mit leeren Händen den Hügel hinunter.

Am Abend saßen alle mit heißem Saft und roten Backen zusammen.

Matti sagte nicht viel. Hanna saß neben ihm und sagte auch nicht viel.

„Nächstes Jahr", sagte sie irgendwann, „fahren wir wieder zu zweit."

„Ja", sagte Matti. „Aber ich lenke."

„Du lenkst", sagte Hanna.

Draußen an der Wand stand ihr Schlitten. Alle sagten jetzt: der Zusammen-Schlitten.

Nur Arvid kaute an seiner Möhre und überlegte.

„Sagt mal", fragte er. „Könnt ihr mir auch so einen bauen? Einen, der von allein bremst?"

Ende

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🤖 Diese Geschichte wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz geschrieben und von einem Menschen geprüft. Mehr dazu