„Er ist weg! Mein Kürbis ist weg!"
Bauer Rudi Rotkohl stand mitten auf seinem Feld. Er hielt sich mit beiden Händen den Kopf. Dort, wo gestern sein Riesenkürbis gelegen hatte, war nur noch ein leeres Loch. Daneben lag ein abgebrochenes Stück vom Stiel.
Und morgen früh war das große Herbstfest! Jedes Jahr stand Rudis Kürbis dort ganz vorne. Alle kamen, um ihn anzuschauen.
„Schnell!", rief Rudi. „Holt die Gemüsepolizei!"
Bella Brokkoli und Emil Erbse kamen sofort angerannt. Die Blätter wirbelten um ihre Füße. Bella war ein kleines bisschen größer als Emil. Ihr Kopf war ein dichter Brokkoli, wie eine grüne Wolke. Emil hatte seine rote Kappe falsch herum auf.
Es war ihr allererster Fall. Emils Herz klopfte ganz laut.
„Wir finden deinen Kürbis", sagte Bella. „Bis heute Abend."
Emil kratzte sich unter der Kappe. „So ein Riese ist doch schwer wie ein Schrank. Wer trägt den denn weg?"
Bella sagte nichts. Sie ging langsam um das Loch herum. Dann kniete sie sich hin und strich mit der Hand über die Erde.
„Emil, schau mal", sagte sie leise. „Fußspuren. Ganz tiefe."
Emil beugte sich darüber. Neben einer Spur lag etwas Kleines, Grünes. Ein winziges Blatt. Emil hob es auf und steckte es in seine Hosentasche.
„Wer so tiefe Spuren macht", sagte er, „der hat etwas sehr Schweres getragen."
Die Spuren führten vom Feld weg. Direkt ins Dorf.
Im Dorf roch es nach Kuchen. Greta Gurke stand an ihrem Küchenfenster und hielt einen Apfelkuchen in den Händen.
„Greta, hast du einen riesigen Kürbis gesehen?", fragte Emil.
„Einen Kürbis? Nein", sagte Greta. „Aber Otto war gestern Abend noch ganz spät draußen. Und er hat sich dauernd umgeschaut."
Till Tomate stand neben ihnen und zuckte mit den Schultern. „Ich hab nichts gesehen. Ich hab gestern Abend geschlafen. Sehr gut sogar."
Bella lächelte. Dann schaute sie wieder auf den Weg. Die tiefen Spuren gingen weiter, um die nächste Ecke.
Und hinter der Ecke hörten sie ein lautes Rumpeln. RUMPEL, RUMPEL, RUMPEL.
Da war Fridolin Frühlingszwiebel. Er schob etwas Großes, Rundes vor sich her.
„Halt!", rief Emil und rannte los. „Stehen bleiben! Gemüsepolizei!"
Fridolin blieb stehen und lachte laut. Es war kein Kürbis. Es war ein dickes Wasserfass aus Holz.
„Ein Kürbis?", fragte Fridolin. „Nein, nein. Ich rolle mein Fass zum Beet. Meine Zucchini haben Durst."
Emils Wangen wurden ganz heiß. Er schaute auf den Boden. Dann schaute er noch einmal genauer hin.
„Warte mal", murmelte er. „Deine Spuren sind ja gar nicht tief. Klar. Das Fass rollt ja. Du musst es nicht tragen."
Bella grinste und sagte nichts.
Aber jetzt kam das Schlimme: Hier war die Straße aus lauter Steinen. Und auf Steinen sieht man keine Fußspuren.
Emil ließ den Kopf hängen. „Die Spur ist weg. Und die Sonne geht bald unter. Wir finden den Kürbis nie mehr."
„Emil", sagte Bella leise. „Stell dir vor, du trägst so einen Riesen. Wo gehst du da lang?"
Emil schaute nicht hoch. „Nicht hier", murmelte er. „Hier sieht mich ja jeder. Ich gehe ganz am Rand. Da, wo keiner guckt."
Bella lief zurück. Bis zu der Stelle, wo der Weg noch aus Erde war. „Emil!", rief sie. „Schau!"
Sie zeigte auf den Rand vom Weg. Da waren sie wieder: tiefe Fußspuren. Sie führten in eine ganz andere Richtung. Zum Kräutergarten.
Im Kräutergarten roch es nach Pfefferminze. Frida Fenchel und Hanna Hirse pflückten gerade Kräuter in einen Korb.
„Habt ihr hier jemanden mit einem Riesenkürbis gesehen?", fragte Bella.
Hanna dachte nach. „Gesehen nicht. Aber gestern Abend waren wir beim alten Schuppen. Da drin war so ein komisches Geräusch. So: SCHRAPP ... SCHRAPP ... SCHRAPP."
„Als ob jemand etwas Schweres über den Boden zieht", sagte Frida.
Bellas Augen leuchteten. „Der alte Schuppen! Wo ist der?"
Hanna zeigte über das Feld. Ganz hinten, am Rand vom Dorf, stand ein kleiner Schuppen aus Holz.
Die Sonne stand schon tief, als sie beim Schuppen ankamen. Das Gras war hoch und golden.
Bella duckte sich hinter einen Busch. Emil duckte sich neben sie.
Vor der Tür sahen sie es sofort: dieselben tiefen Spuren wie auf dem Feld. Sie führten genau bis zur Tür.
Bella legte einen Finger auf den Mund. „Hier ist er", flüsterte sie.
Emil hielt die Luft an.
Ganz vorsichtig schlichen sie zur Tür. Emil drückte dagegen.
KNAAARRR!
Die Tür ging auf. Warmes Licht fiel in den Schuppen. Und da stand er: Rudis Riesenkürbis! Groß und rund und orange.
Aber er stand nicht allein. Um ihn herum lagen ganz viele kleine Kürbisse. Gelbe, weiße, gestreifte. Einer war so klein wie ein Apfel.
„Oh", sagte Bella leise. „Die sind aber schön."
Da hörten sie ein leises Schniefen. Hinter dem Regal in der Ecke.
Emil holte das winzige Blatt vom Feld aus der Hosentasche. Er schaute es an. Dann schaute er Bella an.
„Greta hat Otto gesehen", flüsterte er. „Und so ein Blatt hat Otto auf dem Kopf."
Bella nickte. Sie rief ganz sanft: „Otto? Du kannst rauskommen. Wir sind nicht böse."
Hinter dem Regal saß Otto Oregano auf dem Boden. Sein Kopf aus Blättern hing tief nach unten. In seinen Händen hielt er einen kleinen Kürbis. Eine Träne lief ihm über die Nase.
„Es tut mir so leid", sagte Otto. „Jedes Jahr schauen alle nur auf Rudis Riesen. Meine kleinen Kürbisse sieht keiner. Ich dachte: Wenn der Riese weg ist, dann schauen sie mal auf meine."
Bella setzte sich neben ihn. „Rudi sucht seinen Kürbis überall", sagte sie. „Er hat ganz traurige Augen."
Otto schluckte. Dann stand er auf.
„Nimm deine Kleinen mit", sagte Bella. „Die sollen auch aufs Fest."
Bella und Emil rollten den Riesenkürbis zurück ins Dorf. Otto zog einen Holzwagen voller kleiner Kürbisse hinterher.
Auf dem Marktplatz wartete Rudi. Er sah seinen Kürbis. Dann sah er Otto. Er sagte kein Wort. Es war ganz still.
„Ich habe ihn genommen", sagte Otto leise. „Es tut mir leid, Rudi."
Rudi sagte immer noch nichts. Er ging zu Ottos Wagen. Er nahm den kleinen gestreiften Kürbis und drehte ihn hin und her.
„Wo hast du denn den her?", brummte er.
„Selbst gepflanzt", sagte Otto.
Rudi stellte ihn ganz vorsichtig neben seinen großen. „Da ist noch Platz", sagte er.
Am nächsten Morgen war das Herbstfest. In der Mitte stand Rudis Riesenkürbis. Und rundherum standen Ottos kleine Kürbisse.
„Oh, wie hübsch die sind!", riefen die Leute. „Die gestreiften! Und der winzige da!"
Otto strahlte über das ganze Gesicht. Er erzählte jedem, wie er sie gepflanzt hatte. Manchen sogar zweimal.
Bella und Emil standen ein Stück weiter hinten und schauten zu.
Emil zog einen Zettel aus der Tasche. Darauf schrieb er: „Fall Nummer 1: gelöst." Und darunter: „Kürbisse: 1 groß, 12 klein."
Bella schaute ihm über die Schulter. „Du hast die kleinen gezählt?"
„Na klar", sagte Emil. „Die zählen doch auch."
Ende
🤖 Diese Geschichte wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz geschrieben und von einem Menschen geprüft. Mehr dazu
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