Das Rascheln in der Nacht
Vorlese-Fassung · 3–8 JahreMitten in der Nacht wachte Bauer Fridolin auf.
Rasch – rasch – rasch.
Er setzte sich im Bett auf und hielt die Luft an.
PLONK!
Etwas war umgefallen. Und zwar draußen, in seinem alten Gartenhaus.
Fridolin Frühlingszwiebel hörte ganz genau hin. „Morgen", sagte er zu sich. „Morgen schaue ich nach. Gleich früh."
Am nächsten Morgen standen fast alle vor dem Gartenhaus.
Die Tür stand ein bisschen offen. Drinnen war ein Blumentopf umgekippt. Ein Sack war kaputt. Und von Fridolins Äpfeln war nur noch die Hälfte da.
„So etwas!", sagte Fridolin und kratzte sich am Bart. „Da war jemand."
„Vielleicht ein Drache", sagte Benno Bohne. Seine Augen wurden groß. „Ein kleiner Drache mit Feuer!"
„Drachen essen keine Äpfel", sagte Bella Brokkoli.
„Vielleicht eine Riesenmaus?", überlegte Emil Erbse.
Fridolin schaute unglücklich in sein Gartenhaus. „Wenn das jede Nacht so weitergeht, ist mein Gartenhaus bald ganz kaputt."
Bella stand auf. „Ein Fall für die Gemüsepolizei", sagte sie. „Wir finden heraus, wer da wohnt."
Als Erstes suchten sie am Tag.
Sie schauten hinter jeden Topf. Sie schauten unter die alte Bank. Sie schauten sogar in Fridolins Gießkanne.
Nichts.
Kein Drache. Keine Riesenmaus.
„Hier ist niemand", seufzte Benno.
Doch Emil hatte seine Lupe dabei. Er kniete sich hin und suchte den Boden ab, Stück für Stück.
„Bella!", rief er plötzlich. „Komm mal her!"
Im Staub waren winzige Spuren. Ganz kleine Füße mit ganz kleinen Zehen. Und daneben lagen ein paar trockene Blätter.
Bella legte ihren Finger neben eine Spur. Die Spur war noch kleiner als ihr Finger.
„Das kann nicht sein", sagte sie. „Das Geräusch war laut. Und diese Füße sind winzig."
Sie schauten sich an. Winzige Füße. Und so ein lautes Geräusch? Das passte einfach nicht zusammen.
Am Abend versteckten sie sich mit Fridolin im Gras vor dem Gartenhaus.
Es wurde dunkel. Es wurde kühl. Die ersten Sterne kamen heraus.
Sie warteten. Und warteten.
Da — ein leises Rascheln!
Benno hielt sich die Hand vor den Mund. Aber es war zu spät.
„HATSCHI!", nieste er.
Sofort war das Rascheln weg. Und es kam die ganze Nacht nicht wieder.
„Entschuldigung", flüsterte Benno.
„Nicht schlimm", sagte Bella. „Morgen Nacht kommen wir wieder. Und dann bringen wir Licht mit."
In der nächsten Nacht kamen sie wieder. Diesmal mit einer Laterne.
Sie stellten die Laterne direkt vor die Tür vom Gartenhaus. Dann warteten sie.
Rasch – rasch – rasch.
Da war es! Etwas bewegte sich drinnen.
Emil schob die Tür auf. Das Licht fiel hinein.
Und dann sahen sie es.
An der Wand vom Gartenhaus war ein riesiger Schatten. Ein Schatten voller Stacheln. Er wackelte hin und her. Und er machte ein Geräusch wie ein kleines Schwein. „Schnorch! Schnorch!"
„Ein Monster!", rief Benno.
Alle rannten los. Über den Weg, durch das Tor, bis auf die Wiese. Erst dort blieben sie stehen. Alle atmeten ganz schnell.
Dabei war da gar kein Monster. Aber das wussten sie noch nicht.
Fridolins Herz klopfte ganz schnell. „Morgen früh", sagte er, „mache ich die Tür für immer zu."
Doch Bella schüttelte langsam den Kopf.
„Fridolin", sagte sie. „Wenn wir die Tür für immer zumachen — dann kommt das Tier nie mehr heraus."
Alle wurden still.
Da kam Niki Nuss über die Wiese. Sie hatte den Lärm gehört.
Ruhig setzte sie sich zu ihnen ins Gras.
„Erzählt mal", sagte sie.
Sie erzählten alles. Vom Rascheln. Von den winzigen Spuren. Und von dem riesigen Schatten mit den Stacheln.
Niki dachte nach. Dann lächelte sie.
„Schaut mal", sagte sie. „Ganz nah am Licht wird alles groß. Auch etwas ganz Kleines. Haltet mal eure Hand vor die Laterne."
Emil hielt seine Hand vor das Licht. An der Wand erschien eine Riesenhand.
„Oh", sagte Benno.
„Und noch etwas", sagte Niki. „Wir waren laut. Wer laut ist, macht Angst. Kommt. Wir gehen noch einmal hin. Aber diesmal ganz leise."
Sie gingen zurück. Schritt für Schritt.
Niki stellte die Laterne weit weg auf einen Stein. Dann setzten sich alle auf den Boden und bewegten sich nicht.
Kein Wort. Kein Lachen. Nur Atmen.
Es dauerte lange. Ein Blatt fiel vom Baum. Irgendwo weit weg bellte ein Hund. Sonst nichts.
Dann: Rasch – rasch – rasch.
Hinter den Blumentöpfen kam etwas hervor.
Es war winzig. Es war braun. Es hatte eine spitze Nase und viele kleine Stacheln.
Ein Igel. Ein Igelkind, so klein, dass es in eine Hand passt.
Als es das Licht sah, rollte es sich sofort zu einer kleinen Kugel zusammen. Und die Kugel zitterte.
Das Monster war ein Igelkind. Und es hatte viel mehr Angst als sie alle zusammen.
„Ganz ruhig bleiben", flüsterte Niki. „Nicht anfassen. Er ist kein Spielzeug."
Sie stellten einen flachen Teller mit Wasser auf den Boden.
„Mehr braucht er nicht", flüsterte Niki. „Wasser ist genug."
Dann setzten sie sich zurück und warteten.
Langsam, ganz langsam rollte sich die kleine Kugel auf. Eine spitze Nase kam heraus. Zwei kleine schwarze Augen schauten.
Schnorch. Schnorch.
Der kleine Igel trippelte zum Teller und trank.
„Der Arme", flüsterte Fridolin. „Jetzt verstehe ich es. Es wird kalt draußen. Er sucht einen warmen Platz für den Winter."
„Und in deinem Gartenhaus ist es hart und kalt", sagte Bella.
„Ein Igel braucht etwas anderes", sagte Fridolin. „Einen Haufen aus Laub und Zweigen. Da schläft er warm bis zum Frühling."
Benno sprang auf. „Dann bauen wir ihm einen!"
Am nächsten Tag arbeiteten alle im Garten.
Sie suchten eine ganz ruhige Ecke, hinten bei der Hecke. Dort schoben sie Laub zusammen. Immer mehr und mehr. Emil brachte trockene Blätter. Bella legte Zweige darüber wie ein kleines Dach. Fridolin steckte einen dicken Ast davor, damit der Haufen hielt.
Es roch nach Herbst und feuchter Erde. Am Ende stand da ein großer, weicher Haufen.
„So", sagte Fridolin zufrieden. „Und jetzt gehen wir alle weg und lassen ihn in Ruhe."
Am Abend schauten sie von weit weg zu.
Die Tür vom Gartenhaus stand offen. Und dann kam er heraus: der kleine Igel. Er trippelte durch das Gras, blieb kurz stehen, schnupperte —
und verschwand mitten im Laubhaufen.
Rasch – rasch – rasch. Dann war es still.
„Gute Nacht", flüsterte Benno.
Sie nannten ihn Pieks.
Benno malte ihn noch am selben Abend auf eine Karte, mit einem dicken Pfeil: „Hier wohnt Pieks."
Und Fridolin? Der ließ von da an jeden Herbst einen Haufen Laub in seinem Garten liegen. Extra für den Winter.
Wenn es abends im Gemüseland raschelt, bekommt keiner mehr Angst.
Alle lächeln nur und sagen: „Ah. Da ist Pieks."
Ende
🤖 Diese Geschichte wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz geschrieben und von einem Menschen geprüft. Mehr dazu