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Die große Gemüsedisco

Vorlese-Fassung · 3–8 Jahre

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🎧 Vorlesen lassen Gelesen von einer KI-Stimme

Die Musik war so laut, dass der Boden wackelte. Niemand merkte, dass hinter dem Vorhang jemand wartete.

Die Lichter blitzten rot, blau und grün. Über der Tanzfläche drehte sich eine große glitzernde Kugel. Es war die Gemüsedisco, das lauteste Fest im ganzen Jahr.

Emil Erbse wirbelte in seinen roten Turnschuhen über die Tanzfläche. Hanna Hirse tanzte neben ihm und warf ihren langen blonden Schopf nach hinten. Bella Brokkoli klatschte im Takt.

Und dann:

ZACK.

Alles war dunkel. Die Musik hörte auf. Kein Licht. Kein Ton.

Jemand quietschte. Jemand kicherte. Dann wurde es ganz still.

Mitten auf der Tanzfläche stand plötzlich jemand mit einem riesigen Hut. Er war lang und dünn wie ein Grashalm.

„Ich bin der Dunkle Dill!", rief er. Er wollte gruselig klingen. Aber seine Stimme piepste dabei.

„Ich habe das Licht versteckt! Wollt ihr es wiederhaben? Dann löst mein Rätsel!"

Christel Chicoree stellte sich vor ihn hin. Sie hatte den ganzen Tag Lichterketten aufgehängt. Jetzt waren sie alle dunkel.

„Gemüsepolizei", sagte sie. „Ihr seid dran. Holt das Licht zurück."

„Wir machen das", sagte Emil.

„Beeilt euch", rief Christel hinterher. „Die Kleinen müssen um neun ins Bett."

Der Dunkle Dill hüpfte hinter einen Vorhang. Ein Zettel flog langsam zu Boden.

Bella hob ihn auf. Emil hielt seine Taschenlampe darauf und las vor:

„Sucht den Stein, der Licht macht. Er liegt an einem Ort, der immer wächst und nie weggeht."

„Ein Ort, der immer wächst", sagte Bella. „Das ist ein Garten."

„Und der größte Garten gehört Otto", sagte Emil.

Sie rannten los, quer durchs dunkle Dorf.

Otto Oregano machte die Tür auf. Er hatte schon eine Mütze auf dem Blätterkopf.

„Ein Stein, der Licht macht?", sagte er. „Ihr meint den Leuchtstein. Den hat mein Opa im Garten vergraben. Ich weiß nur nicht mehr, wo."

„Dann suchen wir", sagte Bella.

Sie suchten beim Birnbaum. Sie gruben vorsichtig, immer schön am Rand entlang, damit die Wurzeln heil blieben. Nichts.

„Nächster", sagte Bella.

Sie suchten im Kräuterbeet. Sie hoben jeden Blumentopf hoch. Wieder nichts.

Sie suchten zwischen den Himbeeren. Emil blieb mit der Kappe in den Zweigen hängen.

„Aua", sagte er. „Und auch hier nichts."

Emil setzte sich auf eine Kiste. „Der Garten ist riesig", sagte er. „Wir können doch nicht alles umgraben."

Da kam Hanna Hirse durch das Gartentor gerannt.

„Oma Christel hat es mir mal erzählt!", rief sie. „Der Leuchtstein liegt an der ältesten Stelle vom Garten. Bei etwas ganz Altem."

Bella schaute sich um. Und dann wusste sie es.

„Der Brunnen!", rief sie. „Der ist uralt. Der hat schon Risse im Stein."

„Der steht schon da, seit es das Dorf gibt", sagte Otto. „Mein Opa hat daraus getrunken. Und sein Opa auch."

Sie liefen zum Brunnen. Emil entdeckte einen Stein mit Moos darauf. Er sah aus wie ein Griff. Er zog daran.

KNARZ.

Eine kleine Klappe ging auf. Alle hielten die Luft an.

Das Fach war leer.

„Nein", sagte Bella. Sie setzte sich auf den Brunnenrand. „Jetzt habe ich uns in die falsche Ecke geschickt."

Von weit weg riefen die Leute bei der Disco: „Wann geht das Licht wieder an?"

Otto setzte sich neben Bella auf den Brunnenrand. „Mein Opa hat gesagt: an der ältesten Stelle", sagte er. „Mehr weiß ich auch nicht."

Emil stand ganz still. Er schaute über den dunklen Garten.

„Bella", sagte er. „Auf dem Zettel steht: ein Ort, der immer wächst. Der Brunnen wächst nicht. Den hat jemand gebaut."

„Na und?", sagte Bella.

„Der Apfelbaum da hinten ist gewachsen", sagte Emil. „Der war schon da, bevor hier einer gebaut hat. Otto, wie alt ist der Baum?"

Otto schaute hoch. „Älter als ich. Älter als mein Opa."

Bella sprang auf. „Dann los!"

„Nehmt die kleine Schaufel mit", rief Otto. „Und grabt vorsichtig. Da unten sind Wurzeln."

Sie rannten zum Apfelbaum. Zwischen zwei dicken Wurzeln war die Erde weicher als überall sonst. Bella grub mit beiden Händen. Emil leuchtete.

Und dann traf Bellas Hand auf etwas Hartes.

Sie zog eine kleine Blechdose heraus. Der Deckel ging ganz schwer auf. Otto musste mit beiden Händen helfen.

In der Dose lag ein Stein, so groß wie ein Hühnerei. Er war blau wie der Nachthimmel. Und als Bella ihn in die Hand nahm, fing er ganz langsam an zu leuchten.

„Oh", flüsterte Emil.

Sie rannten zurück zur Disco. Alle standen im Dunkeln und warteten.

Bella hielt den Stein hoch über ihren Kopf.

Zuerst war es nur ein kleiner blauer Punkt in ihrer Hand.

Dann wurde das Licht heller und heller. Es lief über die Tanzfläche, über die Gesichter, bis in die letzte Ecke. Die Lichterketten gingen wieder an. Die Musik setzte ein, mitten im Lied.

Alle jubelten. Christel hob beide Arme über den Kopf.

„Und jetzt alle wieder auf die Tanzfläche!", rief sie.

Und da stand auch der Dunkle Dill.

„Ihr habt es geschafft", sagte er. Er klang richtig froh. „Wisst ihr, ich bin gar nicht böse. Ich wollte nur mal sehen, ob ihr zusammenhaltet."

„Das nächste Mal", sagte Christel und schaute ihn streng an, „fragst du vorher."

„Darf ich denn nächstes Jahr wieder?", fragte der Dunkle Dill.

Christel überlegte sehr lange. „Nur ein Rätsel", sagte sie dann. „Und das Licht bleibt an."

Die Disco ging weiter, lauter als vorher. Der Dunkle Dill tanzte mitten in der Menge. Er drehte sich so wild, dass sein großer Hut herunterfiel.

Emil hob ihn auf und setzte ihn dem Dunklen Dill wieder auf den Kopf.

Der Dunkle Dill nahm ihn gleich wieder ab. Er setzte den riesigen Hut Emil auf und Emils Kappe sich selbst.

Dann tanzten sie weiter, jeder mit dem falschen Hut.

Ende

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