Als Bella Brokkoli am Morgen die Augen aufmachte, war etwas anders.
Sie blinzelte. Sie rieb sich die Augen. Es half nichts.
Alles war grau.
Der Himmel war grau. Die Felder waren grau. Ihr rosa T-Shirt war grau wie eine Regenwolke.
„Emil!", rief sie. „Komm raus! Schnell!"
Emil Erbse kam aus dem Haus und blieb stehen. Sein Mund klappte auf. Seine roten Turnschuhe waren grau. Alles war grau.
Vom Feld her kam Rudi Rotkohl gelaufen. Er winkte wild mit beiden Armen.
„Gemüsepolizei!", rief er. „Schaut euch das an! Meine Kürbisse sehen aus wie alte Steine. Bitte macht was!"
„Wir fangen sofort an", sagte Bella.
Auf dem Marktplatz stand eine große graue Pfütze neben dem Brunnen. Daneben stand Till Tomate vor seinem Stand. Seine Tomaten lagen da wie graue Murmeln.
„Gestern Abend habe ich was gesehen", sagte Till leise. „Jemand ist über die Wiese gegangen. Groß und dunkel. Mit einem dicken Sack über der Schulter. Dann ist er in den Wald gegangen."
Emil schrieb auf seinem Zettel mit. „Groß. Sack. Wald", sagte er.
Dann zeigte er auf den Boden. „Und schaut! Graue Fußspuren!"
Die Spuren gingen quer über den Platz. Aber nicht zum Wald. Sie gingen genau in die andere Richtung.
„Hinterher!", rief Emil. „Komm, wir haben ihn gleich!"
Bella war schon losgerannt.
Sie rannten los. Die Spuren führten um zwei Häuser herum und endeten vor Greta Gurkes Tür.
Emil klopfte. „Greta! Hast du einen Sack voller Farben?"
Greta machte auf. Sie hatte einen Eimer in der Hand und machte große Augen.
„Einen Sack voller Farben?", sagte sie. „Ich habe einen Sack voller Kartoffeln. Und ich bin heute Morgen durch die graue Pfütze gelaufen, da vorne. Deshalb die Spuren."
Emil schaute auf seine Füße. „Ach so", sagte er. „Entschuldige, Greta."
„Schon gut", sagte Greta. „Aber findet die Farben wieder. Mein Garten ist ganz grau. Sogar meine Blumen. Das mag ich nicht."
Sie gingen zurück zum Marktplatz. Der Himmel wurde immer dunkler.
„Jetzt haben wir nichts mehr", sagte Emil. „Nur einen Sack und einen Wald. Und der Wald ist riesig."
Bella setzte sich auf den Brunnenrand. Sie schaute auf ihre grauen Hände.
Dann schaute sie noch einmal hin.
Auf dem Boden, dicht an ihrem Fuß, war ein kleiner Punkt. Ein winziger Punkt.
Er war rot.
„Emil", sagte sie ganz leise. „Komm mal her."
Emil ging in die Hocke. Da war noch ein Punkt. Und noch einer. Ein grüner diesmal.
„Der Sack hat ein Loch", flüsterte Bella. „Er tropft."
Die bunten Punkte gingen über den Platz. Dann über die Wiese. Und dann genau dorthin, wo Till den Großen gesehen hatte: in den Wald.
„Wir gehen in den Wald!", rief Bella über den Platz.
„Dann komme ich nach", rief Rudi.
Im Wald war es still. Kein Vogel. Keine Farbe. Nur graue Bäume, so weit man schauen konnte.
Emil blieb kurz stehen. „Wenn es dunkel wird, sehen wir die Punkte nicht mehr", sagte er.
„Dann machen wir schnell", sagte Bella.
Die beiden gingen von Punkt zu Punkt. Tiefer und tiefer. Manchmal mussten sie lange suchen, bis sie den nächsten fanden.
Die Punkte wurden größer. Erst so klein wie ein Krümel, dann so groß wie eine Murmel.
„Wir kommen näher", flüsterte Emil. „Guck mal, der hier ist noch feucht."
Dann standen sie vor einer alten Hütte. Die Tür hing schief.
Vorsichtig schoben sie sie auf.
Drinnen war es dunkel. Auf einem langen Regal standen Flaschen. Hundert Flaschen, vielleicht mehr. Und in den Flaschen leuchtete es: rot, grün, gelb, blau, orange.
Alle Farben von Gemüseland.
„Da sind sie", flüsterte Emil.
„So, so. Besuch."
Bella und Emil fuhren herum.
In der Tür stand jemand sehr Großes in einem dunklen Mantel. Er zog die Kapuze zurück.
Es war Dr. Dunkel.
„Ich mag es grau", sagte er. „Grau ist ruhig. Grau ist ordentlich. Und jetzt raus hier."
Dabei stieß er mit dem Kopf gegen den Türbalken. „Au", sagte er.
Bella schaute zu Emil. Emil schaute zu Bella.
Dann schnappte sich Bella den Sack mit den Flaschen und rannte los, unter Dr. Dunkels Arm hindurch.
„HEY!", brüllte Dr. Dunkel.
Jetzt ging es durch den Wald. Über Wurzeln. Um Bäume herum. Die Flaschen klirrten im Sack.
Dr. Dunkel war groß. Seine Schritte waren lang. Er kam näher.
„Bella, er holt auf!", keuchte Emil.
Da sah Emil eine dicke Wurzel. Sie lag quer über dem Weg. Er sprang darüber.
„Bella! Wirf!"
Bella warf den Sack. Emil fing ihn.
Dr. Dunkel griff nach dem Sack. Er griff daneben. Er machte einen großen Schritt. Er schaute nach vorne, nicht nach unten.
PLATSCH.
Da lag er im Matsch.
Bella und Emil rannten weiter, bis zum Marktplatz. Da stand schon das halbe Dorf.
„Wir haben sie!", rief Bella außer Atem.
Alle halfen beim Aufmachen. Otto drehte die Deckel auf. Rudi hielt die Flaschen. Till goss. Ida reichte sie weiter, so schnell sie konnte.
Und dann passierte es.
Aus der ersten Flasche sprudelte Rot. Es lief über Tills Tomaten, und sie leuchteten wieder.
Grün floss über die Blätter. Orange über Rudis Kürbisse. Blau in den Himmel.
Das ganze Dorf wurde wieder bunt.
Alle jubelten. Rudi umarmte seinen größten Kürbis. Ida drehte sich im Kreis und schaute auf ihr gelbes Kleid.
Tief im Wald stand Dr. Dunkel langsam aus dem Matsch auf. Er schüttelte sein nasses Taschentuch aus.
„Das war noch nicht das letzte Mal", murmelte er. „Ganz bestimmt nicht."
Davon wussten Bella und Emil nichts.
Sie saßen auf dem Brunnenrand, mitten im buntesten Dorf der Welt.
Emil schaute auf seine Hand. Sie war von oben bis unten blau.
„Das geht wieder ab", sagte Bella.
Es ging nicht ab. Drei Tage lang hatte Emil eine blaue Hand. Er fand das super.
Ende
🤖 Diese Geschichte wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz geschrieben und von einem Menschen geprüft. Mehr dazu
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