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Der große Sturm

Vorlese-Fassung · 3–8 Jahre

Der Himmel über dem Gemüseland wurde immer dunkler. Dicke graue Wolken zogen auf, und ein kalter Wind fegte über die Beete. Die Blätter raschelten, die Fahnen am Marktplatz flatterten wild, und in der Luft lag ein Kribbeln — so, als ob gleich etwas Großes passieren würde.

„Da kommt ein großer Sturm!", rief Christel Chicoree. Sie schaute besorgt zum Himmel. „Schnell, wir müssen alles sichern, bevor er da ist!"

Bella Brokkoli und Emil Erbse liefen sofort zu ihr. „Sag uns, was zu tun ist!", rief Bella.

„Alles, was lose herumsteht, muss weg oder festgebunden werden", sagte Christel. „Sonst weht es der Wind fort. Und dann treffen wir uns alle in der großen Scheune."

Der Wind pustete schon kräftig. WUSCH! Ein leerer Korb kullerte über den Weg.

Zuerst wollten sie die kleinen Blumentöpfe retten. „Ich staple sie einfach übereinander, dann geht es schneller!", rief Emil und türmte einen Topf auf den anderen. Doch der Wind war schneller. WUSCH! Der ganze Turm wackelte, und der oberste Topf fiel — zum Glück ins weiche Gras.

„So klappt das nicht", rief Christel. „Ein hoher Turm kippt im Wind sofort um. Nicht stapeln — wir tragen sie einzeln zusammen in die Scheune!"

Zu dritt trugen sie Topf für Topf hinein. Dann die Körbe. Dann Rudis Gießkanne. Es wurde immer windiger. Die Bäume bogen sich, und die ersten dicken Tropfen fielen.

Da klapperte ein Fensterladen an der Scheune. Klapp, klapp, klapp! „Der muss festgebunden werden, sonst geht er kaputt!", rief Christel und warf Emil ein Seil zu. Gemeinsam knoteten sie den Laden fest.

„Und die große Regentonne!", rief Bella. Sie kippte fast um. Alle drei stemmten sich dagegen und rollten sie dicht an die Wand.

„Fast geschafft!", rief Emil.

Doch dann erschrak Bella. „Wo ist eigentlich die kleine Lara?"

Alle schauten sich um. Lara Linse, das jüngste Gemüsekind, war nirgends zu sehen.

„Lara?", rief Bella. „Lara, wo bist du?" Keine Antwort — nur der heulende Wind. Emil schaute hinter der Scheune nach, Christel im Garten. Doch Lara blieb verschwunden.

„Da!", rief Christel und zeigte zum Bach. Ganz weit unten, am Wasser, saß Lara im Gras. Die winzige Linse hielt sich mit ihren kleinen Armen an einem Grashalm fest. Der Wind war viel zu stark für sie.

„Lara! Wir kommen!", rief Bella.

Sie liefen los. Doch der Wind drückte sie zurück. Ein Schritt vor, zwei zurück. Emil stolperte fast.

„So schaffen wir es nie!", keuchte Emil. „Der Wind ist zu stark."

Einen Moment standen alle drei ratlos da. Der Sturm heulte, und Lara weinte ängstlich. Die Zeit lief davon.

Doch dann hatte Christel eine Idee. „Wir dürfen nicht einzeln gehen", rief sie. „Wir halten uns fest — eine lange Kette! Zusammen sind wir stark genug."

Christel ging voran. Bella hielt sich an Christel fest, Emil an Bella. Fest hakten sie sich unter. Und so, Schritt für Schritt, kämpften sie sich gegen den Wind vor.

„Nicht loslassen!", rief Christel.

Der Wind riss und zerrte. Einmal wäre Emil fast umgefallen — doch Bella hielt ihn ganz fest. „Ich hab dich!", rief sie.

Immer näher kamen sie zu Lara. Der Regen klatschte ihnen ins Gesicht, und der Wind heulte in den Ohren. Aber sie gaben nicht auf. Endlich streckte Christel die Hand aus.

„Ich hab dich, Lara!"

Vorsichtig hob Christel die winzige Linse hoch und drückte sie fest an sich. Laras kleine Sprossen-Blättchen zitterten, doch nun war sie in Sicherheit. Ganz behutsam trugen sie Lara in ihrer Mitte zurück — langsam, ganz langsam, bis sie endlich die große Scheune erreichten.

RUMS! Christel zog die schwere Tür zu. Draußen tobte der Sturm. Drinnen war es plötzlich still und warm.

„Puh", machte Lara leise und kuschelte sich an Christel. Sie war noch ganz zittrig vom Wind.

„Keine Sorge, jetzt bist du in Sicherheit", sagte Bella und legte ihr eine weiche Decke um.

In der Scheune waren nach und nach alle zusammengekommen. Rudi, Otto, Hanna — alle waren in Sicherheit. Draußen prasselte der Regen aufs Dach, und der Wind pfiff um die Ecken. Aber hier drinnen konnte ihnen nichts passieren.

Otto machte warmen Kräutertee. Es duftete nach Kräutern und Honig. Rudi erzählte eine lustige Geschichte von früher, bei der alle lachen mussten. Hanna verteilte weiche Kissen, und Emil zündete eine kleine Laterne an, die golden leuchtete.

Draußen wurde es immer lauter, drinnen immer gemütlicher. Und alle rückten eng zusammen und lauschten dem Sturm.

Lara saß warm eingewickelt mitten unter ihren Freunden und staunte mit großen Augen. Immer wenn Rudi eine besonders lustige Stelle erzählte, quietschte sie vergnügt. Draußen blitzte es einmal weit weg — doch hier drinnen, dicht beieinander, erschrak niemand.

„Weißt du", sagte Emil und stupste Lara sanft an, „so ein Sturm ist gar nicht schlimm, wenn man zusammen ist."

Lara gluckste und griff nach seiner Hand. Am liebsten mochte sie genau das: alle zusammen an einem gemütlichen, warmen Ort.

Langsam wurde der Wind draußen leiser. Und als am Abend der Regen aufhörte, schauten alle aus der Scheunentür. Über dem Gemüseland spannte sich ein großer, bunter Regenbogen.

„Schau, Lara!", rief Emil und zeigte hinauf. Rot, gelb, grün und blau leuchtete er über den nassen Beeten. Lara strahlte über das ganze Gesicht und streckte staunend ein Ärmchen danach aus.

„Der Sturm ist vorbei", sagte Christel und lächelte. „Und wir haben alle zusammen gut überstanden."

Gemeinsam gingen sie hinaus in die frische, klare Luft. Alles roch nach Regen, und die Beete glänzten sauber gewaschen. Kein einziger Blumentopf war kaputt, weil sie rechtzeitig alles gesichert hatten.

„Weil wir zusammengeholfen haben", sagte Christel zufrieden, „ist nichts passiert."

Und Lara hielt Bellas Hand ganz fest — nur für alle Fälle.

Ende

🤖 Diese Geschichte wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz geschrieben und von einem Menschen geprüft. Mehr dazu