Der Regenbogen-Garten
Vorlese-Fassung · 3–8 JahreNach dem Regen in der Nacht kam Bella Brokkoli am Morgen in den Garten — und traute ihren Augen nicht.
„Emil! Komm schnell!", rief sie.
Emil Erbse rannte herbei und blieb mit offenem Mund stehen. Über Nacht waren die Gemüse ganz bunt geworden! Die Möhren hatten blaue Streifen. Die Tomaten waren grün-rosa gepunktet. Und die Gurken schimmerten in allen Farben des Regenbogens.
Immer mehr Bewohner kamen dazu und staunten. „So etwas habe ich ja noch nie gesehen!", rief Rudi Rotkohl und rieb sich verwundert die Augen. „Ist das gefährlich?", fragte ein anderer besorgt. „Sind unsere Gemüse jetzt krank?", rief eine dritte Stimme. Alle redeten durcheinander, und keiner wusste, was er denken sollte.
„Was ist denn hier passiert?", fragte Emil. „Gestern war noch alles ganz normal!"
„Ein Fall für die Gemüsepolizei", sagte Bella. „Wir finden heraus, woher die Farben kommen."
Zuerst dachte Emil: „Vielleicht hat jemand die Gemüse angemalt — als Spaß!" Er suchte hinter dem Schuppen nach Farbtöpfen und Pinseln. Er fragte sogar Arvid, der beim Herumtollen schon mal etwas umstieß. Doch Arvid schüttelte den Kopf: „Ich war das nicht, ehrlich!"
Und als Emil über eine blaue Möhre strich, blieb keine Farbe an seinem Finger. „Angemalt ist das nicht", sagte er und ließ den Kopf hängen.
Dann kam Greta Gurke vorbei. „Vielleicht könnt ihr die Farbe abwaschen?", schlug sie vor.
Also holten sie einen Eimer Wasser und einen weichen Schwamm und wuschen eine gepunktete Tomate. Sie schrubbten und schrubbten, bis ihnen die Arme wehtaten. Doch die Punkte blieben, so bunt wie vorher — kein bisschen heller.
„Es geht nicht ab", seufzte Bella. „Und schau — es werden immer mehr bunte Gemüse. Wenn das so weitergeht, ist bald der ganze Garten kunterbunt!"
Einen Moment wussten die beiden nicht mehr weiter. Sie setzten sich ratlos auf eine Bank. „Was, wenn die Farbe nie mehr weggeht?", sagte Bella leise. „Und was, wenn den Gemüsen etwas fehlt?" Die anderen Bewohner schauten sie erwartungsvoll an.
Doch dann schaute Emil ganz genau hin. Er ging die Reihen ab und zeigte mit dem Finger. „Warte mal", sagte er langsam. „Schaut — die bunten Gemüse stehen alle auf einer Seite. Genau dort, wo der Wind heute Morgen herkam. Je weiter weg vom Wind, desto weniger Farbe. Und der Wind", er drehte sich um, „kam von Ottos Gewächshaus!"
„Das ist eine echte Spur!", rief Bella. „So denkt ein echter Detektiv."
„Und wenn der Wind von Otto kam", überlegte Emil weiter, „dann weiß Otto vielleicht, was da los ist. Er kennt jedes Kraut im Gemüseland."
„Dann fragen wir Otto!", rief Bella.
Schnell liefen alle drei den Weg entlang, den der Wind gekommen war — vorbei an den bunten Beeten, über den kleinen Pfad, bis hinauf zu Ottos Gewächshaus.
Bei Otto Oregano im Gewächshaus war es warm, und es roch nach vielen Kräutern. Otto hörte sich alles an — von den blauen Möhren bis zu den gepunkteten Tomaten. Dann begann er zu lächeln.
„Ach herrje", sagte er und zeigte in eine Ecke. Dort wuchs eine Pflanze mit schillernden Blüten. „Das ist das Regenbogen-Kraut. Seine Blütenstaub-Körner sind so bunt wie ein Regenbogen. Der Regen und der Wind haben sie über euren Garten getragen. Darum sind die Gemüse jetzt bunt."
„Ist das schlimm?", fragte Emil vorsichtig. „Tut es den Gemüsen weh?"
„Überhaupt nicht", lachte Otto und strich sanft über eine bunte Möhre. „Den Gemüsen geht es prima. Die Farbe ist nur außen — wie ein bunter Anstrich. Sie verschwindet von ganz allein wieder, nach ein paar Tagen. Und schmecken tun die Gemüse genauso lecker und gesund wie immer."
Bella und Emil sahen sich an und mussten beide lachen. „Zum Glück", sagte Bella erleichtert. „Wir dachten schon, den Beeten fehlt etwas Wichtiges."
Bella und Emil atmeten erleichtert auf. Kein Unglück — nur ein buntes, fröhliches Durcheinander!
„Eigentlich", sagte Bella und schaute sich um, „ist es sogar richtig hübsch."
Da hatten alle eine Idee. Wenn die Farben schon von selbst wieder gingen — warum sie nicht genießen, solange sie da waren?
„Lasst uns ein Fest feiern!", rief Bella. „Ein Regenbogen-Fest!"
Und so schmückten sie den Marktplatz mit bunten Fähnchen. Greta brachte Regenbogen-Saft, Rudi backte einen bunten Kuchen, und Hanna hängte Lichterketten auf. Alle bestaunten die bunten Beete, machten Bilder und lachten den ganzen Nachmittag.
Es gab ein Wettspiel, wer das bunteste Gemüse fand, und Hanna spielte fröhliche Musik. Sogar die Kleinsten tanzten zwischen den bunten Beeten.
Otto brachte einen kleinen Topf mit dem Regenbogen-Kraut mit. „Den pflanze ich in eine Ecke", sagte er. „Dann haben wir jedes Jahr ein bisschen Farbe im Garten."
Gerade als alle am buntesten staunten, kitzelte ein Blütenstaub-Korn Rudi Rotkohl in der Nase.
„Haaa– hatschi!", nieste Rudi.
Und plötzlich war Rudi über und über mit bunten Punkten übersät — vom Kopf bis zu den Gummistiefeln.
Einen Moment war es still. Dann prustete Emil los, und gleich darauf lachten alle.
„Na", brummte Rudi und musste selbst kichern, „dann bin ich eben der bunteste Rotkohl im ganzen Gemüseland!"
Ein paar Tage später, genau wie Otto gesagt hatte, verblassten die Farben langsam wieder. Die Möhren wurden wieder orange, die Tomaten rot. Nur in Ottos kleiner Ecke leuchtete das Regenbogen-Kraut weiter.
„Schade eigentlich", sagte Emil und schaute auf die wieder normalen Beete.
„Nicht schade", lachte Bella. „Nächstes Jahr blüht das Kraut wieder — und dann wird alles noch einmal so schön bunt."
Und so wurde aus einem seltsamen Rätsel das fröhlichste, bunteste Fest, das das Gemüseland je gesehen hatte. Und Emil sagte zufrieden: „Manchmal ist ein Rätsel gar kein Problem — sondern eine bunte Überraschung."
Ende
🤖 Diese Geschichte wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz geschrieben und von einem Menschen geprüft. Mehr dazu