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Das Laternenfest

Vorlese-Fassung · 3–8 Jahre

Es war Herbst im Gemüseland, und heute Abend war etwas ganz Besonderes: das Laternenfest.

Den ganzen Tag hatten alle gebastelt. Jeder hatte sich eine eigene Laterne gemacht — bunt, mit kleinen Fenstern, durch die das Licht scheinen sollte. Wenn es dunkel wurde, wollten alle zusammen durch die Felder ziehen und singen.

„Ich kann es kaum erwarten!", rief Ida Ingwer und hielt ihre gelbe Laterne hoch.

„Und wenn wir am großen Baum ankommen", sagte Otto Oregano, „dann leuchtet die große Laterne. So groß wie noch nie. Sie macht den ganzen Platz so hell wie am Tag."

Am Marktbaum hing die große Laterne. Otto hatte sie selbst gebaut, mit einem besonderen Leucht-Kraut darin. Alle freuten sich schon darauf.

Langsam wurde es dunkel. Die ersten Sterne blinzelten am Himmel. Es wurde kühl, und es roch nach Herbstblättern.

„Jetzt!", rief Otto. „Ich mache die große Laterne an."

Er zog an einer kleinen Schnur. Alle hielten den Atem an.

Doch nichts geschah. Die große Laterne blieb dunkel.

Otto zog noch einmal. Und noch einmal. „Oh je", sagte er leise. „Das Leucht-Kraut ist alt geworden. Es leuchtet nicht mehr."

Ein leises Murmeln ging durch die Menge. Ohne die große Laterne war es am Baum ganz finster. Man konnte kaum die Hand vor Augen sehen.

„Dann ist das Fest wohl vorbei", sagte jemand traurig.

„Nein!", rief Bella Brokkoli. „Ein Fall für die Gemüsepolizei. Wir kriegen wieder Licht her. Irgendwie."

Zuerst versuchten sie es mit Kerzen. Emil Erbse holte einen ganzen Korb voll kleiner Kerzen und stellte sie rund um den Baum auf. Ida zündete sie vorsichtig an. Ein kleines bisschen heller wurde es.

Doch dann kam ein kühler Herbstwind über die Felder. WUSCH! Er pustete eine Kerze nach der anderen aus. Pfft, pfft, pfft. Im Nu waren alle dunkel.

„So geht es nicht", seufzte Emil. „Der Wind ist zu stark."

Da kam Arvid Artischocke angerannt. „Ich hab eine Idee!", rief er und schwang eine große Fackel. „Damit wird es ganz bestimmt hell!" Er hob sie hoch. Doch da stolperte er über einen Kürbis. „Hoppla!" Die Fackel segelte in hohem Bogen durch die Luft — und landete mit einem Zischen in der großen Wassertonne. Pssscht! Jetzt war es noch dunkler als vorher.

„Das … das wollte ich nicht", sagte Arvid ganz leise. Ein paar mussten trotzdem ein kleines bisschen kichern.

„Ich hole meine Lampe von zu Hause!", rief Rudi Rotkohl und stapfte los. Bald kam er mit einer kleinen Öllampe zurück. Aber sie war winzig und leuchtete nur ganz schwach. Ein kleiner Fleck Licht mitten in der großen Dunkelheit.

Alle schauten auf das schwache Lämpchen. Es reichte einfach nicht.

„Das schönste Fest des Jahres", sagte Ida ganz leise, „und wir sitzen im Dunkeln."

Ida fröstelte in der kühlen Nachtluft. Auch die anderen ließen enttäuscht die Köpfe hängen und zogen ihre Jacken enger. So dunkel und so still war ein Laternenfest noch nie gewesen. Ein paar Kleine wären am liebsten nach Hause gegangen.

Einen Moment sagte niemand ein Wort. Nur der Wind rauschte durch die Blätter.

Doch dann schaute Ida sich um. In den Händen der anderen leuchtete überall ein kleines Licht — jede Laterne, die sie gebastelt hatten, leuchtete leise vor sich hin. Viele, viele kleine Lichter.

Und plötzlich hatte Ida eine Idee. Ihre Augen wurden groß.

„Wartet mal!", rief sie. „Eine große Laterne haben wir nicht mehr. Aber wir haben doch ganz viele kleine! Wenn wir sie alle zusammen hochhalten — dann wird es hell. Ganz von allein!"

„Meinst du wirklich?", fragte Emil.

„Kommt, wir probieren es!", rief Ida.

Sie stellten sich alle im Kreis um den großen Baum. Ganz eng nebeneinander. Und dann hob jeder seine kleine Laterne hoch in die Luft.

Eine Laterne. Zehn Laternen. Hundert Laternen.

Und wirklich: Aus ganz vielen kleinen Lichtern wurde ein großes, warmes Leuchten. Der ganze Platz strahlte golden. Es war noch viel schöner als vorher — denn jetzt leuchtete nicht nur eine Laterne, sondern alle zusammen.

„Oh!", staunten alle. „Wie schön!"

Weil sie so dicht beieinanderstanden, konnte auch der Wind nichts mehr machen. Die kleinen Flammen schützten sich gegenseitig und leuchteten ruhig weiter.

„Seht ihr", sagte Otto und lächelte. „Ein einziges großes Licht ist schön. Aber ganz viele kleine, die zusammenhalten, sind noch viel heller."

Ida strahlte fast so hell wie ihre Laterne. „Und das haben wir alle zusammen geschafft."

Nun zogen sie los. In einer langen, leuchtenden Reihe wanderten sie durch die dunklen Felder und sangen ihre Lieder. Ida ging ganz vorne und hielt ihre gelbe Laterne hoch. Hinter ihr leuchteten hundert kleine Lichter, eins neben dem anderen. Über ihnen funkelten die Sterne, und der Herbstwind roch nach Äpfeln und Blättern. Von weit weg sah es aus, als würde sich eine goldene Lichterschlange durch das Gemüseland schlängeln.

Sogar die Frösche am Teich hörten auf zu quaken und schauten staunend zu.

Am Ende kamen alle wieder am großen Baum zusammen. Otto hatte warmen Apfelsaft gemacht, und es gab frisch gebackene Küchlein. Alle stellten ihre Laternen im Kreis auf, sodass es weiter schön hell blieb. Es duftete nach Zimt und Äpfeln, und irgendwo erzählte Rudi schon wieder eine seiner lustigen Geschichten von früher.

Sogar Arvid bekam ein Küchlein — und passte diesmal gut auf, dass er über nichts stolperte.

„Nächstes Jahr baue ich die große Laterne wieder", sagte Otto. „Mit ganz frischem Leucht-Kraut."

„Ist gut", sagte Ida und kuschelte sich in ihre Jacke. „Aber weißt du was? Mir haben unsere vielen kleinen Laternen fast noch besser gefallen."

Und alle mussten lächeln. Denn das schönste Licht an diesem Abend war nicht das größte gewesen — sondern das, das sie gemeinsam gemacht hatten.

Ende

🤖 Diese Geschichte wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz geschrieben und von einem Menschen geprüft. Mehr dazu