Der große Aufräumtag
Vorlese-Fassung · 3–8 Jahre„ICH HELFE!"
Alle drehten sich um. Alle wurden ein bisschen blass.
Dabei hatte Bella Brokkoli gerade nur gesagt: „Heute räumen wir den Schuppen auf."
Denn das war Arvid Artischocke. Und wenn Arvid half, dann half er mit ganzem Herzen. Und mit beiden Füßen. Und meistens auch mit dem Po.
„Arvid", sagte Emil Erbse vorsichtig. „Willst du nicht lieber … zuschauen?"
„Zuschauen?" Arvid lachte. „Ich bin der schnellste Aufräumer im ganzen Gemüseland!"
Und schon rannte er los.
Der alte Schuppen war voll bis oben hin. Töpfe, Eimer, Seile, Bretter, Körbe — alles kreuz und quer.
„Wir machen drei Haufen", sagte Bella. „Behalten. Reparieren. Weggeben."
„Verstanden!", rief Arvid. Er packte einen riesigen Stapel leichter Blumentöpfe. Alle auf einmal.
„Arvid, nicht so viele auf —"
Zu spät.
Der Turm wackelte. Arvid wackelte mit. Er machte einen Schritt nach links, einen nach rechts —
PLUMPS!
Die Töpfe kullerten durch den ganzen Schuppen. Einer rollte bis auf den Hof hinaus.
Arvid saß mittendrin und grinste. „Alles heil bei mir!"
Bella zog sich einen Topf vom Kopf. „Bei den Töpfen auch."
„Ich mach was Leichteres", sagte Arvid. „Ich fege!"
Er nahm den großen Besen. Er fegte los. Er fegte schneller. Er fegte immer schneller.
WUSCH!
Es staubte so sehr, dass man gar nichts mehr sah. Nur noch grau.
„HUSTHUST!", machte Emil.
„HATSCHI!", machte Bella.
„Ich seh dich nicht mehr!", rief Emil.
„Ich mich auch nicht!", rief Arvid fröhlich aus der Staubwolke.
Als der Staub sich legte, war der Boden tatsächlich sauber. Dafür war jetzt alles andere grau. Die Töpfe. Die Eimer. Und Bella.
Bella schaute an sich herunter. Dann schaute sie Arvid an.
Arvid hörte auf zu grinsen. „Ich hole einen Lappen", sagte er ganz leise.
Beim Putzen ging es eine Weile gut.
Wirklich gut sogar. Arvid wischte die Töpfe ab. Er stellte die Eimer auf. Er wickelte sogar die Seile ordentlich auf.
„Siehst du?", sagte er zu Emil. „Ich kann das."
„Ich sag ja gar nichts", sagte Emil.
Dann sah Arvid ganz oben auf dem Regal noch einen Korb. „Den hole ich schnell runter!"
„Nimm die Leiter!", rief Bella.
„Zu langsam!", rief Arvid. Er stellte sich auf einen Eimer.
Der Eimer wackelte. Arvid wackelte mit.
Und dann rutschte alles auf einmal herunter: der Korb, zwei Eimer, drei Seile und ein sehr überraschter Arvid.
PLUMPS!
Dann war es still. Arvid saß unter einem Eimer. Man sah nur noch seine Beine.
„Autsch", klang es dumpf von drinnen. „Aber alles heil bei mir!"
„Nächstes Mal nehme ich die Leiter", sagte Arvid unter dem Eimer.
Bella zog ihm den Eimer vom Kopf. „Arvid", sagte sie. „Vielleicht setzt du dich kurz hin?"
Zum ersten Mal an diesem Tag sagte Arvid nichts. Er setzte sich auf einen Stein und schaute auf seine Füße. Alle räumten weiter — und keiner rief ihn zum Helfen.
Das tat weh. Mehr als der Eimer.
Dann setzte sich Bella neben ihn.
„Komm wieder mit", sagte sie. „Ich war gemein. Du wolltest doch nur helfen."
Arvid nickte.
Da stand Arvid auf. Beim Lappenholen stolperte Arvid über den Eimer.
Beim Aufstehen stieß er das Regal an.
Und vom Regal fiel eine alte Kiste. Direkt vor seine Füße.
Alle wurden still.
Denn oben auf der Kiste stand ein Wort, mit dicker Farbe gemalt. Emil kam näher und las langsam vor:
„NICHT ÖFFNEN."
„Oooooh", machten alle.
Emil holte seine Lupe heraus. „Die Kiste ist uralt", sagte er. „Schaut mal, hier ist ein Schloss. Aber der Schlüssel fehlt."
„Was ist da wohl drin?", flüsterte Arvid. Seine Augen wurden ganz groß.
„Wir fragen Otto", sagte Bella. „Der weiß so etwas."
Doch Otto Oregano kratzte sich nur am Kopf.
„Diese Kiste?", sagte er. „Die steht dort, seit ich denken kann. Und ich kann ziemlich weit denken."
„Und was ist drin?"
„Keine Ahnung", sagte Otto. „Der Schlüssel ist vor langer Zeit verloren gegangen."
Jetzt wollten alle die Kiste aufkriegen.
Emil versuchte es mit einem krummen Nagel. Klick. Nichts.
Bella versuchte es mit einem dünnen Draht. Klack. Nichts.
Hanna Hirse zog am Schloss, bis ihr die Arme wehtaten. Es ging nicht auf.
Sie probierten es mit Wasser. Sie probierten es mit Öl. Otto klopfte ganz vorsichtig mit einem Hammer.
Das Schloss ging nicht auf.
„Darf ich mal?", fragte Arvid.
„NEIN!", riefen alle.
„Ist gut", sagte Arvid und setzte sich wieder hin.
Zum Schluss kam Rudi Rotkohl und zog mit aller Kraft. Er zog nach oben. Er zog zur Seite. Er wurde ganz rot im Gesicht.
Dann ließ er los und setzte sich in den Staub.
„Dieses Schloss", sagte er außer Puste, „will einfach nicht."
Das Schloss blieb zu.
„Vielleicht", sagte Emil traurig, „geht sie einfach nie mehr auf."
Alle ließen sich ins Gras plumpsen. Keiner sagte etwas. Sogar Arvid war still.
Und dann passierte es.
Arvid stand auf, um nach Hause zu gehen. Dabei trat er auf ein aufgerolltes Seil.
Das Seil rollte weg.
Arvid ruderte mit den Armen. „Ooooh — nein — nicht schon wieder —"
PLUMPS!
Er landete auf dem Po. Genau auf der Kiste.
KNACKS!
Alle sprangen auf.
Der Deckel war aufgesprungen. Das alte Schloss lag zerbrochen daneben.
„ARVID!", riefen alle.
„Ich war das nicht!", rief Arvid. Dann schaute er unter sich. „Also … doch. Ich war das."
Ganz langsam schauten sie in die Kiste.
Und darin lagen: viele kleine Beutel. In jedem Beutel waren Samen. Und auf jedem Beutel klebte ein Zettel mit einem gemalten Bild — eine Blume, ein Kürbis, eine Möhre.
Ganz oben lag ein alter Brief. Otto las ihn vor:
„Wer den Schuppen aufräumt, hat das hier verdient. Pflanzt sie ein. Dann hat sich die Arbeit gelohnt."
Otto ließ den Brief sinken. Seine Augen glänzten.
„Die sind von meinem Opa", sagte er leise. „Der hat die Kiste damals gepackt. Und dann hat er den Schlüssel verloren."
„Und jetzt haben wir sie aufgemacht!", rief Hanna.
„Nein", sagte Bella und schaute zu Arvid. „Arvid hat sie aufgemacht."
Arvid wurde ganz rot. Diesmal vor Stolz.
Am nächsten Morgen pflanzten alle zusammen die Samen ein. Reihe für Reihe, hinter dem Schuppen.
Arvid durfte die erste Reihe machen. Ganz vorsichtig. Und ohne einmal hinzufallen.
„Guckt mal!", flüsterte er jedes Mal, wenn ein Samenkorn in der Erde lag. „Schon wieder eins drin."
Otto goss hinterher. Hanna klopfte die Erde fest. Und Bella malte kleine Schilder für jede Reihe.
„Weißt du was?", sagte Emil. „Du hast die Kiste aufgemacht. Keiner sonst."
„Stimmt", sagte Arvid stolz. „Ich habe eben ein besonderes Talent."
„Und welches?", fragte Bella.
Arvid überlegte. „Hinfallen", sagte er. „Aber richtig gut."
Da mussten alle lachen.
Am Abend war der Schuppen aufgeräumt. Drei ordentliche Haufen. Sauberer Boden. Alles an seinem Platz.
Bella schaute zufrieden hinein. „Perfekt", sagte sie. „So bleibt das jetzt."
In diesem Moment kam Arvid um die Ecke gerannt. „Ich helfe beim Türzumachen!"
„ARVID — NEIN —", riefen alle.
Zu spät.
KRACH!
Und aus dem Schuppen rollte ein einzelner Topf wieder hinaus auf den Hof.
„Alles heil bei mir!", rief Arvid.
Ende
🤖 Diese Geschichte wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz geschrieben und von einem Menschen geprüft. Mehr dazu