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Zwischen den Jahren

Vorlese-Fassung · 3–8 Jahre

„Was machen wir heute?", fragte Frida Fenchel.

„Nichts", sagte Fridolin Frühlingszwiebel.

Frida wartete, ob noch etwas kommt.

Es kam nichts.

„Nichts?"

„Nichts", sagte Fridolin und trank seinen Tee weiter.

Es waren die Tage zwischen den Jahren.

Weihnachten war vorbei. Silvester war noch nicht da. Dazwischen liegen ein paar Tage, an denen in Gemüseland nichts los ist.

Kein Fest. Kein Umzug. Keine Vorbereitung.

Der Schnee lag grau und plattgelaufen. Die Laternen waren wieder eingesammelt. Auf dem Marktplatz stand nur der große Baum, und der stand da wie immer.

Für Frida Fenchel war das die schlimmste Woche des Jahres.

Frida rennt. Frida sammelt. Frida ist die Erste am Bach und die Letzte, die nach Hause geht.

Und jetzt war einfach nichts.

„Dann mache ich eben selber was", sagte Frida.

Sie machte selber was.

Sie räumte ihr Kräuterkörbchen auf. Das dauerte elf Minuten.

Sie ging zum Bach. Der Bach war zugefroren, und man durfte nicht drauf, weil Willi noch nicht gepfiffen hatte. Also ging sie wieder.

Sie ging zu Till und Greta. Till war nicht da. Greta war da, aber Greta schrieb an ihrer Liste für das nächste Jahr und wollte nicht gestört werden.

Sie fragte Emil, ob es einen Fall gibt.

„Seit Dienstag haben wir keinen Fall", sagte Emil. „Das ist sehr schön."

Sie fragte Arvid. Arvid schlief.

Um zwei Uhr nachmittags legte sich Frida in den Schnee und schaute in den grauen Himmel.

„MIR IST LANGWEILIG!", rief sie.

Es antwortete niemand.

Fridolin Frühlingszwiebel fand sie dort.

Fridolin ist Bauer und Gärtner. Er trägt seine grüne Arbeitskleidung auch im Winter, und er geht immer ungefähr gleich schnell, egal was passiert.

„Steh mal auf", sagte er. „Du wirst nass."

„Ist mir egal."

„Mir nicht", sagte Fridolin. „Komm mit. Ich mach meine Runde."

„Was für eine Runde?"

„Die Winterrunde", sagte Fridolin. „Die mache ich jeden dritten Tag."

„Und was passiert dabei?"

„Nichts", sagte Fridolin.

Frida stöhnte. Aber sie stand auf.

Sie gingen durch den Garten.

Fridolin blieb an jeder Reihe stehen. Er hob eine umgedrehte Obstkiste hoch, schaute darunter, schob das Laub ein Stück zurecht und legte die Kiste wieder drauf.

„Was guckst du da?"

„Ob das Winterbett noch hält."

„Und?"

„Hält", sagte Fridolin.

Sie gingen weiter. Nächste Reihe. Kiste hoch. Laub. Kiste drauf.

So ging es Reihe für Reihe.

„Fridolin", sagte Frida irgendwann. „Das ist wirklich gar nichts."

„Warte ab."

Bei der letzten Reihe wäre Frida fast nach Hause gegangen. Sie ging nicht, weil Fridolin einfach weiterlief, ohne sich umzudrehen.

Und dann blieb er auf einmal stehen und hob die Hand.

An der Hecke blieb er stehen.

Da lag der große Laubhaufen. Er lag schief und grau. Der Schnee hatte ihn nach unten gedrückt. Er sah aus wie ein Haufen alter Blätter, weil er einer ist.

„Setz dich", sagte Fridolin.

„Wozu?"

„Setz dich einfach."

Er drehte eine leere Obstkiste um und stellte sie ihr hin, damit sie nicht nass wird.

Frida setzte sich, mit dem Rücken an die Hecke.

Und dann saßen sie da.

Eine Minute. Zwei Minuten. Fünf.

Es war kalt. Frida spürte die Kälte durch die Kiste. Ihre Nase lief.

Und es passierte nichts.

Nach fünf Minuten wollte sie aufstehen und sagen, dass das alles Quatsch ist.

Sie blieb sitzen. Sie hatte das im November geübt, am stillen Tag, und damals war es viel schwerer gewesen.

Nach einer Weile hörte sie es.

Nicht laut. Sehr weit weg. Wie eine winzige Nähmaschine, die ganz langsam läuft.

Ein Pusten. Und dann lange nichts.

So lange, dass Frida schon dachte, sie hätte sich das nur gedacht.

Und dann noch eins.

Frida machte große Augen.

„Er schläft", flüsterte Fridolin. „Und er pustet dabei. Nur ganz selten. Ein Igel im Winterschlaf atmet so selten, dass du dazwischen bis sechzig zählen kannst."

„Bis sechzig?"

„Ungefähr."

Frida saß ganz still und wartete auf das nächste Mal.

Es kam.

„Warum weckt man ihn nicht?", flüsterte Frida.

„Weil er dann nicht mehr genug hat", sagte Fridolin. „Er hat im Herbst so viel gegessen, dass es bis zum Frühling reicht. Wenn er aufwacht, braucht er davon ganz viel auf einmal. Dreimal aufwachen, und es reicht nicht mehr."

„Also nicht anfassen."

„Nicht anfassen. Nicht draufklopfen. Nicht rufen." Fridolin schaute sie an. „Auch nicht ein bisschen."

„Auch nicht ein bisschen", sagte Frida.

Sie warteten noch auf das übernächste Mal. Und auf das danach.

Frida zählte mit. Sie kam auf sieben Pustezeichen, dann waren ihre Füße zu kalt.

Sie gingen zurück, als es dunkel wurde.

„Das war jetzt nichts", sagte Fridolin. „Wie versprochen."

Frida sagte lange nichts.

„Da unten ist die ganze Zeit was los", sagte sie dann. „Man sieht es nur nicht."

„Ja."

„Der Igel schläft. Die Kisten halten. Und unter dem Laub ist es warm, weil Luft dazwischen ist."

„Und die Zwiebeln", sagte Fridolin. „Die machen gerade unten Wurzeln. Man sieht davon oben nichts, das ganze Frühjahr wächst da schon."

Frida blieb stehen.

„Also ist gar nicht nichts."

„Nein", sagte Fridolin. „Es ist nur langsam. Und langsam sieht von außen aus wie gar nichts."

Frida ging ein paar Schritte weiter und drehte sich noch einmal zum Laubhaufen um.

„Bis zum Frühling", sagte sie leise.

Am Abend saßen Bella Brokkoli und Emil Erbse auf dem Brunnenrand und machten ihre letzte Runde des Jahres.

„Alles ruhig?", fragte Bella.

„Alles ruhig", sagte Emil. „Zum ersten Mal seit April."

Über dem Dorf war der Himmel klar geworden, und es waren so viele Sterne da, wie es nur im tiefsten Winter gibt.

Frida kam vorbei und setzte sich dazu.

„Ich hab heute nichts gemacht", sagte sie.

„Wie war es?", fragte Bella.

Frida dachte nach.

„Anstrengend", sagte sie. „Aber gut."

Seitdem gibt es die Winterrunde nicht mehr nur für Fridolin.

Jeden dritten Tag geht einer mit. Kiste hoch, Laub gucken, Kiste drauf. Und an der Hecke setzt man sich hin und hört, ob Pieks noch pustet.

Es passiert dabei nichts.

Und genau darum geht es.

Ende

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🤖 Diese Geschichte wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz geschrieben und von einem Menschen geprüft. Mehr dazu