Wer hat das Futterhaus kaputt gemacht?
Vorlese-Fassung · 3–8 Jahre„HILFE! Holt die Gemüsepolizei!"
Greta Gurke stand im Schlafanzug hinter ihrer Küche. Unter dem Birnbaum.
Und da, im Schnee, lag das Futterhaus.
Das Dach war eingedrückt. Die Körner lagen überall verstreut. Oben auf dem Zaun saß der kleine braune Vogel. Er guckte runter. Als wollte er fragen: Und jetzt?
Bella Brokkoli und Emil Erbse kamen so schnell, dass Emil unterwegs seine Mütze verlor.
„Das hing doch ganz hoch oben!", rief Greta. „Weit weg vom Stamm!"
Emil holte seinen Zettel heraus.
Futterhaus im Schnee. Dach kaputt.
„Gestern hat es den ganzen Tag geschneit", sagte Greta. „Otto hat gestern gesagt: Das ist schwerer Schnee. Der klebt."
Emil schrieb auch das auf.
Das Seil vom Futterhaus lag daneben. Am Ende vom Seil hing noch ein Stück Ast dran. Aber das sah keiner.
Denn um das Futterhaus herum lagen Schneebälle. Kaputte Schneebälle. Am Zaun klebten Schneebälle. Am Baum klebten Schneebälle. Überall Schneebälle.
„Da hat einer geworfen", sagte Emil. „Ganz oft."
„Gestern Abend hat Jakob hier Schneebälle geworfen", sagte Till Tomate, der über den Zaun guckte. „Ich hab's gesehen. Aber ob aufs Futterhaus, weiß ich nicht."
Alle drehten sich um.
Genau in dem Moment kam Jakob Jalapeño um die Ecke. Er hatte seinen Holzlöffel in der Schürzentasche und kaute an einem Radieschen.
Er sah das Futterhaus im Schnee. Er sah, wie alle ihn anguckten.
„Was ist?", fragte er.
„Hast du gestern hier Schneebälle geworfen?", fragte Emil.
„Ja", sagte Jakob. „Zielwerfen. Ganz unten auf den Stamm. Ich hab geübt."
Emil kniete sich hin. Er maß einen kaputten Schneeball mit seinem Messstab. Dann maß er Jakobs Hand.
„Passt", sagte er. „Genau."
Und da passierte es.
Jakobs grüne Schultern wurden rot. Dann sein Hals. Dann alles.
„Achtung!", rief Till. „Jakob wird scharf!"
„ICH HAB DOCH NICHT AUFS FUTTERHAUS GEWORFEN!", rief Jakob, knallrot von Kopf bis Fuß. „ICH HAB UNTEN AUF DEN STAMM GEWORFEN! DA IST GAR KEIN FUTTERHAUS!"
„Aber du bist ganz rot", sagte jemand.
Da stapfte Arvid Artischocke durch den Schnee. Er stellte sich vor Emil und hielt ihm seine Hand hin.
„Miss meine auch", sagte er.
Emil maß. Arvids Hand passte auch. Genau.
„Und ich war gestern gar nicht hier", sagte Arvid. „Ich war bei Oma."
Dann drehte er sich zu den anderen.
„Jakob ist rot, weil er sauer ist", sagte Arvid. „Ich wär auch sauer. Mich haben auch mal alle so angeguckt, als ob ich was gemacht hätte. Und ich war es gar nicht. Das war ganz doof."
Emil maß noch eine Hand. Die von Till. Dann die von Bella. Dann seine eigene.
Alle passten.
„Jeder macht gleich große Schneebälle", sagte Emil und ließ den Messstab sinken. „Mein Messstab weiß gar nichts."
Jakob war immer noch knallrot.
„Komm", sagte Arvid. „Dreimal tief. Und drei Lieblingsgerichte. Ich mach mit."
Jakob atmete tief. Einmal. Zweimal. Dreimal.
„Möhrensuppe", sagte er. „Kürbisbrot. Apfelkuchen von Oma."
„Kartoffelpuffer", sagte Arvid. „Apfelmus. Kürbiskerne. Pfannkuchen. Nudeln mit Soße. Möhrensuppe, nein, die hatten wir schon. Grießbrei. Bratäpfel. Rosas Zimtschnecken …"
„Arvid", sagte Jakob. „Das sind drei. Nur drei."
„Ich kann mich aber nicht entscheiden!"
Da musste Jakob lachen. Und beim Lachen kam das Grün zurück. Erst an den Schultern. Dann am Hals.
Aber der Fall war noch nicht gelöst. Und der kleine Vogel saß immer noch auf dem Zaun und hatte Hunger.
Piep, machte er.
Emil setzte sich in den Schnee.
„Ich habe gesagt: Passt genau", sagte er leise. „Das war falsch."
Bella stand beim Futterhaus. Sie guckte auf das Seil.
Und auf das Stück Ast, das noch am Seil hing.
„Emil", sagte sie. „Wenn ein Schneeball ein Futterhaus trifft, was passiert dann?"
„Dann fällt es runter", sagte Emil.
„Und der Ast?"
„Der bleibt am Baum."
Bella hielt das Seil hoch. Das Stück Ast baumelte daran.
„Der Ast ist nicht am Baum geblieben", sagte sie. „Der ist abgebrochen. Und einen Ast macht ein Schneeball nicht kaputt."
Emil guckte auf seinen Zettel. Da stand: schwerer Schnee.
Er sprang auf.
Jetzt war Emil dran.
Er rannte zu Rudis Garten. Da hing ein Ast bis auf den Boden, so viel Schnee lag darauf.
Emil nahm eine Handvoll Schnee. Er war schwer. Schwer wie nasser Sand.
Dann rannte er zurück und hielt den Zettel hoch.
„Der Schnee war es!", rief er. „Zu viel schwerer Schnee auf einem dünnen Ast. KNACKS! Fall gelöst."
Dann ging er zu Jakob.
„Ich habe mich geirrt", sagte er. „Tut mir leid."
Jakob sagte nichts. Er war noch ein bisschen traurig. Er ging nach Hause.
Alle waren ganz still. Denn alle hatten gedacht, dass Jakob es war.
Aber Jakob kam wieder. Mit einem langen Besen. Er hielt Emil das andere Ende hin.
„Hilfst du mit?", fragte er.
Emil nickte ganz schnell.
Otto Oregano kam auch, weil Greta ihn geholt hatte.
Zusammen hängten sie das Futterhaus wieder auf. Diesmal an einen dicken Ast. Immer noch hoch und weit weg vom Stamm, wegen der Katze. Greta streute neue Körner hinein. Der kleine Vogel kam sofort.
„Und jetzt klopfen wir den Schnee von den Ästen", sagte Otto. „Damit nicht noch einer abbricht. Aber immer von der Seite klopfen. Nie drunterstellen."
Klopf. Schnee fiel runter.
Klopf. Noch mehr Schnee.
Dann stellte sich Arvid genau unter den dicksten Ast und hob den Besen.
„Arvid, nicht —!", rief Otto.
PLUMPS.
Der ganze Schnee fiel auf einmal. Auf Arvid.
Da stand er, weiß von oben bis unten. Nur seine Augen guckten noch raus.
Jakob lachte so, dass er sich festhalten musste.
Dann griff er in seine Schürzentasche.
„Möchtest du ein Radieschen?", fragte er.
„Ja", sagte der Arvid-Schneemann.
Ende
🤖 Diese Geschichte wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz geschrieben und von einem Menschen geprüft. Mehr dazu