Idas Wackelzahn
Vorlese-Fassung · 3–8 JahreIda Ingwer hatte einen Wackelzahn.
Vorne oben. Genau in der Mitte.
Wenn sie mit der Zunge dagegen drückte, ging er nach vorne. Wenn sie losließ, ging er wieder zurück. Vor. Zurück. Vor. Zurück.
„Guck mal", sagte sie zu ihrem kleinen Bruder Jakob.
Jakob Jalapeño guckte. Dann wurde er ein bisschen blass.
„Der fällt ja gleich raus", sagte er.
„Ich weiß", sagte Ida. „Ist das nicht toll?"
Jakob fand das überhaupt nicht toll.
Ida will immer alles wissen. Also ging sie zu Otto Oregano.
„Otto, warum wackelt mein Zahn?"
„Weil unten drunter schon ein neuer wächst", sagte Otto. „Ein großer. Der schiebt den kleinen raus. Der kleine darf jetzt gehen."
„Und tut das weh?"
„Meistens nicht", sagte Otto. „Man merkt es kaum. Und dann ist da eine Lücke."
Ida strahlte.
Jakob stand hinter ihr und hielt sich beide Hände vor den Mund.
Das Schlimmste am Wackelzahn war das Essen.
Beim Mittagessen gab es Äpfel. Ida biss hinein.
„Au!"
Nicht richtig au. Nur ein bisschen. Aber der Apfel war zu hart für einen Wackelzahn.
Jakob legte sofort seinen Apfel hin. „Dann esse ich auch keinen", sagte er.
„Du hast doch gar keinen Wackelzahn", sagte Ida.
„Trotzdem", sagte Jakob. Und dann schabte er mit seinem Löffel an Idas Apfel. Schab, schab, schab. Bis ein ganzes Schälchen weiches Mus da war. Das kann er. Er ist ja Koch.
„Danke", sagte Ida. Mit der Zunge am Zahn.
Am Nachmittag wusste das ganze Dorf vom Wackelzahn. Und jeder hatte einen Rat.
„Ganz fest mit der Zunge drücken!", sagte Till.
„Einen Faden dranbinden und an die Tür!", rief Arvid.
„NEIN!", sagte Otto sofort. „Das macht man nicht. Da tut man sich weh. Der Zahn kommt, wenn er will. Nicht, wenn die Tür will."
„Hüpfen!", sagte Hanna. „Beim Hüpfen fällt alles raus!"
Ida hüpfte. Zehnmal. Der Zahn blieb drin.
Jakob hüpfte nicht mit. Er stand daneben und guckte jedes Mal ganz ängstlich auf Idas Mund.
Bella Brokkoli und Emil Erbse kamen vorbei.
Emil holte seine Lupe heraus.
„Darf ich mal gucken?"
Ida machte den Mund ganz weit auf. Emil guckte mit der Lupe hinein. Ganz lange.
„Er wackelt", sagte Emil ernst. „Ganz sicher."
Bella guckte zu Jakob. Der stand daneben und war ganz blass.
Da nahm Bella Jakobs Hand.
„Du hast Angst um deine Schwester, oder?"
„Ein bisschen", sagte Jakob.
In der Nacht konnte Ida nicht einschlafen.
„Jakob", rief sie leise durch die Wand. „Was ist, wenn der Zahn im Schlaf rausfällt? Und ich verschlucke ihn?"
Es war kurz still.
Dann ging die Tür auf. Jakob kam herein, im Schlafanzug, mit einer Taschenlampe und seinem Holzlöffel.
„Ich passe auf", sagte er. Er setzte sich neben Idas Bett und leuchtete auf ihren Mund. „Und wenn du ihn verschluckst, ist das auch nicht schlimm. Der ist ganz klein. Aber wenn er rausfällt, fange ich ihn mit dem Löffel."
„Mit dem Löffel?"
„Ich bin Koch", sagte Jakob. „Ich fange alles mit dem Löffel."
Ida musste so kichern, dass ihr Zahn wackelte.
Nach ein paar Minuten war sie eingeschlafen. Und nach ein paar Minuten mehr war Jakob auch eingeschlafen. Im Sitzen. Mit der Taschenlampe in der Hand und dem Löffel auf dem Bauch.
Der Zahn war am Morgen immer noch drin.
Am nächsten Morgen gingen die beiden zu Rosa in die Backstube. Rosa gab jedem ein warmes Brötchen. Ganz weich. Frisch aus dem Ofen.
„Weich genug für einen Wackelzahn", sagte Rosa.
Ida biss hinein.
KLACK.
Sie hörte auf zu kauen. Sie guckte Jakob an. Jakob guckte sie an.
Dann nahm Ida das Brötchen aus dem Mund.
Und da steckte er. Mitten im Brötchen. Ein kleiner weißer Zahn.
„Er ist raus!", rief Ida. „Er ist RAUS! Und es hat gar nicht wehgetan!"
Sie lachte so breit, dass man die Lücke sehen konnte. Ein kleines dunkles Fenster, genau in der Mitte.
Jakob guckte auf die Lücke. Dann fing er auch an zu lachen.
Niki Nuss schenkte Ida eine leere Nussschale. Darin wohnt der Zahn jetzt. Mit einem Deckel aus der anderen Hälfte.
Und Ida fand heraus, was man mit einer Zahnlücke machen kann.
Man kann pfeifen.
FIIIEP.
Sie pfiff den ganzen Tag. Sie pfiff beim Frühstück. Sie pfiff beim Spielen. Sie pfiff so laut, dass Willi sich umdrehte und nach seiner Pfeife suchte.
Jakob versuchte es auch.
„Ffff", machte er. „Fffffff."
Es kam kein Pfiff.
„Du hast ja noch keine Lücke", sagte Ida.
Und den ganzen Abend drückte Jakob mit der Zunge gegen seine Zähne. Einen nach dem anderen.
Keiner wackelte.
Ende
🤖 Diese Geschichte wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz geschrieben und von einem Menschen geprüft. Mehr dazu